Vierter Konzernkrieg

  • Der vierte Konzernkrieg war der letzte weltumspannende Konflikt zwischen den größten Konzernen. Arasaka und Militech führten einen ökonomischen sowie militärischen Schlagabtausch über nationale Grenzen hinweg, welcher letztendlich mit der Explosion einer Nuklearwaffe im Herzen von Night City endete.

    Anmerkung:
    Die folgenden Abläufe basieren auf den Geschehnissen in Cyberpunk 2020.
    Daten und Vorgänge für Cyberpunk 2077 können innerhalb der neuen Timeline variieren.



    Im Frühjahr 2021 erklärte der auf Über- und Unterwassertransport spezialisierte Konzern IHAG seinen Bankrott und hinterließ eine Lücke an der Spitze dieses Wirtschaftszweigs. Darauf begann ein Wettrennen um die Nachfolge, das die Konzernriesen und Rivalen CINO und OTEC für sich entscheiden wollten.

    Wurde zunächste mit den üblichen Mitteln der Konzernwelt gekämpft, d.h. Bestechung, Börsenmanipulation, Marketingkampagnen, und finanzielle und infrastrukturelle Behinderung und die gute, alte Schlechte Nachrede, ging man schnell zu aggressiveren Mitteln über. Allerdings verfügten weder CINO noch OTEC über die Menpower, um den Wettstreit auf dieser Ebene für sich zu entscheiden.

    So kamen die Vorstände beider Konzerne auf die geniale Idee, den Bereich Sabotage, Security und aggressive Diplomatie an 'Spezialisten' zu übertragen. Während OTEC sich hierbei an Militech wandte, schloss CINO einen Vertrag mit Arasaka ab.
    Diese Entscheidung zweier kleiner Konzerne sorgte dafür, dass sich nun zwei der größten, militärisch bis an die Zähne bewaffneten Megacorps gegenüberstanden.


    Arasaka und Militech, schon seit Jahren ständige und erbitterte Rivalen, die sich nicht zu Schade waren Marktanteile durch paramilitärische Kommandoaktionen auszutragen , nutzen diese Gelegenheit, um im Namen ihrer Auftraggeber einen weiteren Kleinkrieg zu beginnen, der sich jedoch schnell von der Sicherung der IHAG Überbleibsel auf andere Gebiete ausweitete. Unter anderem kam es zu Kämpfen zwischen Militech und Arasaka Konzerntruppen in Tokyo, Washington, Chicago und Night City, mit teils erheblichen Kollateralschäden.

    Hinzu kommt, dass die Leiter von Militech (Donald Lundee) und Arasaka (Saburo Arasaka) einen ausgesprochenen Hass aufeinander entwickelt hatten, da beide in dem jeweils anderen die primäre Gefahrenquelle für das Expansionsbestreben ihres eigenen Konzers sahen.

    Um das Ausmaß dieser bewaffneten Konflikte zu begreifen muss erwähnt werden, dass sich hier nicht ein paar Sicherheitsleute mit Handwaffen gegenüberstanden, sondern ausgebildete Söldnertruppen mit Zugriff auf gepanzerte Fahrzeuge, Luftunterstützung, modernsten Hightech-Cyberware und Satelliten gestützte Überwachung.



    Bis ins Jahr 2022 hatte sich der anfängliche Konflikt zwischen CINO und OTEC zu einem offenen Konzernkrieg ausgeweitet. Militech und Arasaka nutzten ihren Einfluss, um weitere Geschäftspartner zu ökonomischen und/oder paramilitärischen Aktionen gegen ihre Rivalen zu bewegen. Dazu gehörte auf Seiten Militechs u.a. die amerikanische Regierung, die Teilhaber am Konzern war, während Arasaka in urbanen Gegenden auf bewaffnete Unterstützung aus den Reihen der Yakuza zählen konnte.

    Mittlerweile erkannte auch die Nationalstaaten, welche Gefahr von diesem Konflikt ausging und nicht wenige befürchteten einen eskalierenden Dritten Weltkrieg. Eingeschüchtert von der wirtschaftlichen Macht der Megakonzerne kam es jedoch nicht zu gemeinschaftlichen, politischen Gegenbewegungen seitens der Nationalstaaten und Staatenbündnisse. Stattdessen versuchten einige Regierungen, besonders jene, die massiv mit den Konzernen verwoben waren, sich diesen Konflikt zu Nutzen zu machen. So versuchte zB die Schattenregierung Amerikas mit verdeckten Operationen in Süd- und Mittelamerika, sowie in Asien, Nationen zu schwächen oder gar zu stürzen, während die russische Regierung Kleinstaaten und Kleinkonzernen preiswert Raketentechnologie anbot.

    Ungeachtet dessen weitete sich der Konzernkrieg weiter aus und erfasste auch die Zivilbevölkerung. Zum einen verlagerte sich der Kampf von Konzerngelände auf die Straße, zum anderen verkauften sowohl Militech als auch Arasaka ihre Waffen großflächig an Zivilisten. Das der Verkauf von Kriegswaffen in sozialen Problemzonen eine schlechte Idee sind, erkannte die amerikanische Regierung spätestens, als es zu bewaffneten Unruhen in weiten Teilen des Landes kam, und große Teile von Los Angeles, Chicago und Night City brannten.

    Auch anderswo standen die Zeiger auf Krieg: So bereitete sich die japanische Regierung auf militärische chinesische Angriffe vor, da man fürchtete Militech könnte die chinesische Regierung durch wirtschaftliche Versprechungen zu einem Erstschlag verleiten.

    In Europa hatte man die ersten militärischen Konflikte von OTEC & CINO zwar überwunden, aber der ausufernde Konflikt zwischen Arasaka und Militech schürte auch hier Ängste. Als Resultat fuhr Europa die Eigenbewaffnung hoch und beauftragte die ESA mit dem massiven Ausbau von militärisch bestückten, geostationären Satelliten.

    Dies wiederum führte zu weiteren Konflikten mit Anreinerstaaten, die ihrerseits aufrüsteten.



    Das Finale des Vierten Konzernkriegs

    Nach den offenen militärischen Konflikten zwischen Militech und Arasaka und ihren jeweiligen Partnern, war endlich der Punkt erreicht, an dem die nationalen Regierungen weltweit den Konzernkrieg beenden wollten.


    Das Ende des Konzernkriegs war besiegelt, als im amerikanischen Hauptquartier Arasakas, im Zentrum von Night City, ein taktischer Nuklearsprengkopf gezündet wurde. Die Explosion zerriss das 140 Stockwerke hohe Hauptquartier, vernichtete das Stadtzentrum, tötete alle Menschen in der Umgebung und hinterließ einen verstrahlten, mit Meerwasser gefüllten Krater.


    Es folgte ein weltweiter Aufschrei des Entsetzens. Die amerikanische Regierung beschuldigte Arasaka den Atomsprengkopf gezündet zu haben, um Militech an der wirtschaftlichen (und militärischen) Übernahme der Free City zu hindern. Saburo Arasaka und seinem Konzern wurde die alleinige Schuld an dieser Untat zugeschrieben, alle Rechte und Privilegien auf amerikanischem Boden widerrufen und alle führenden Konzernmitglieder zu Terroristen erklärt.

    Von diesen Ereignissen gedrängt ergriff auch die japanische Regierung zu drastischen Mitteln. Um das Gesicht zu wahren bestätigte die Regierung die alleinige Verantwortung des Megacons, und erklärte, dass Arasaka von nun an ausschließlich auf japanisches Territorium beschränkt sei.

    Damit war der Vierte Konzernkrieg beendet und Arasaka, vorher der führende Konzern in Sicherheitsfragen auf amerikanischem Boden, entscheidend und langfristig geschwächt.


    Das Zentrum und die nähere Umgebung von Night City blieben lange Zeit unbewohnbar. Zwei Jahre verblieb die Staubwolke der Explosion über der Stadt und färbte den Himmel in ein düsteres Rot.



    Tatsächlich jedoch war die Explosion eine direkte Folge eines Angriffs auf das Arasaka-HQ eines Black-Ops Teams, bestehend aus Militech-Spezialtruppen und persönlich involvierten Personen, zu denen u.a. Johnny Silverhand zählte.

    Da Militech sowohl Night City als auch den Free State California bereits abgeschrieben hatten, zeigte die Konzernführung keinerlei Skrupel Arasaka mit einem Nuklearschlag vor Ort auszuschalten. Und da die Free City rechtlich kein Teil des amerikanischen Hoheitsgebietes war, entschied sich Militech (und der amerikanischen Regierung) für diesen massiven Schlag gegen die Infrastruktur des verfeindeten Konzerns.

    Ziel der Gruppe um Johnny Silverhand hingegen war die Vernichtung des Soulkiller Computervirus, das im Labors des Arasaka Hauptquartiers auf weitere Einsätze vorbereitet wurde.

    Nach der Explosion lagen Arasaka und Night City in Trümmern - und auch von Johnny Silverhand fehlt (bisher) jede Spur.

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