Start CD Projekt Red Gameplay-Preview: Unser Eindruck vom Hands-On-Event zum Action-Rollenspiel Cyberpunk 2077

Gameplay-Preview: Unser Eindruck vom Hands-On-Event zum Action-Rollenspiel Cyberpunk 2077

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Eins der meist erwarteten Sci-Fi-Rollenspiele diesen Jahres verspätet sich, dies jedoch aus gutem Grund. Im Rahmen eines exklusiven Hands-On-Events konnten wir uns persönlich ein Bild von Cyberpunk 2077 machen und fassen dies in unserem Gameplay-Preview zusammen.

Mit dem Sci-Fi-Rollenspiel begibt sich der polnische Entwickler CD Projekt Red in neue Gefilde. Nach dem durchschlagenden Erfolg mit der The Witcher-Videospielreihe ruhen viele Hoffnungen auf dem Entwickler. Damit verbunden ist jedoch auch ein enormer Leistungsdruck, unter dem der Entwickler steht. Bei dem Sci-Fi-Blockbuster Cyberpunk 2077 muss voll abgeliefert werden.

Dessen ist man sich bewusst, dies zeigt sich in der mittlerweile zweiten Verschiebung der Veröffentlichung des Open-World-Spiels. Als neues Release-Datum steht mittlerweile der 19. November 2020 fest. Im Rahmen eines exklusiven Hands-On-Events konnten sich einige vom Entwickler ausgewählte Personen bereits diesen Monat ein eigenes Bild vom Spiel machen und selbst Hand anlegen.

Auch wir von MyCyberpunk.de erhielten die Möglichkeit uns ein eigenes Bild vom aktuellen Entwicklungsstand von Cyberpunk 2077 zu machen und konnten selbst Hand an das Spiel legen. In diesem Gameplay-Preview halten wir unsere Eindrücke von diesem Event fest.

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MyCyberpunk: Unsere Eindrücke vom Cyberpunk 2077 Hands-On Event

Zu Beginn unseres kleinen Previews zum Cyberpunk 2077 Hands-On-Events müssen wir eines gleich zu Beginn festhalten: Bisher konnten uns sämtliche von CD Projekt RED ausgerichteten Events und Messeauftritte voll und ganz überzeugen. Die jeweilige Location wird mit viel Liebe zum Detail gestaltet und die Mitarbeiter vor Ort haben stets ein offenes Ohr. Dieser Eindruck festigte sich nun auch beim Hands-On-Event, welches unter erschwerten Bedingungen – Stichpunkt Corona – ausgerichtet werden musste.

Bei diesem exklusiven Event konnten auch wir uns Dank CD Projekt Red ein eigenes Bild vom Sci-Fi-Blockbuster Cyberpunk 2077 machen und sogar selbst Hand ans Spiel legen. Dabei konnten wir unseren selbst erstellten Protagonisten V mit dem Controller steuern und einen ersten Eindruck von Night City gewinnen.

Gleich zu Beginn der vierstündigen Spiel-Session beschäftigten wir uns neben den drei Lifepaths (Nomad, Street Kid, Corpo) ausgiebig mit dem Charakter-Editor, welcher ziemlich umfangreich ausgestattet daher kommt. Dies ermöglicht uns eine große Vielfalt bei der Erstellung des eigenen Cyberpunk-Ichs und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten. Warum wir diesen als umfangreich bezeichnen? Das machen wir an einem einfachen Beispiel fest: Neben insgesamt zwei Penis-Variationen samt verschiedenen Größen, können wir sogar zwischen drei Arten von Brustwarzen wählen. Da sollte man möglicherweise aufpassen, dass man keinen fiesen Nippelzwicker verpasst bekommt. Vor Ort wurde aus Geck eine Strichliste darüber geführt, für welche Größe des besten Stücks des Mannes man sich entscheidet. Dreimal dürft ihr raten, welche das war …

Bereits vor dem Event hatten wir uns dafür entschieden unseren Fokus beim spielen nicht etwa auf die Story von Cyberpunk 2077 zu legen. Mit dieser möchten wir uns lieber zum Release ausgiebiger befassen. Somit beinhaltet dieses Preview keine Spoiler zur Story. Vielmehr haben wir uns auf die Gameplay-Mechaniken, die Immersion der Spielwelt von Night City und den aktuellen Entwicklungsstand im Hinblick auf mögliche Bugs konzentriert. Immerhin wurde die Veröffentlichung erneut verschoben und wir waren gespannt darauf, wie der aktuelle Entwicklungsstand des Videospiels ausfällt.

Uns wurde bei den ersten Spielstunden sofort bewusst, dass uns mit Cyberpunk 2077 ein unfassbar umfangreiches und zugleich komplexes Videospiel erwarten wird. Entwickler CD Projekt Red möchte dem Spieler eine große Bewegungs- und Handlungsfreiheit bieten und das scheint in der jahrelangen Entwicklungszeit durchaus geglückt zu sein. Auf Nachfrage bei Senior Level Designer Miles Tost sagte uns dieser, dass der Kreativität der Entwickler kaum Grenzen gesetzt waren und an manchen Ecken und Kanten Abstriche gemacht werden mussten, da es sonst Überhand genommen hätte und der Leitspruch „Ready when it’s done“ sonst weiterhin Dauerbrenner geblieben wäre.

Der Einfachheit halber fassen wir nun folgend unsere persönlichen Pro- und Kontras zum Action-Rollenspiel Cyberpunk 2077 zusammen:

Pro:

  • Drei individuelle Anfangsmöglichkeiten (Prologe), welche wirklich nicht unterschiedlicher sein könnten. Egal ob Nomad, Street Kid oder Corpo, alle drei Lifepaths wurden mit viel Liebe gestaltet und bieten einen tollen Start ins Spiel. Auf Nachfrage, welcher intern im Entwicklerteam zum Favoriten gehört, bekamen wir eine klare Antwort: Es gibt keinen favorisierten, jeder entschied sich bei der Auswahl anders.
  • Eins kann CD Projekt RED besonders gut: Das Storytelling. Wir konnten uns von allen drei Prologen ein eigenes Bild machen und kommen zu der Vermutung, dass uns in Cyberpunk 2077 eine astreine Story erwarten könnte. Bereits der Einstieg ins Spiel ist super interessant gestaltet und macht Lust auf mehr. Erahnen lässt sich aus dem, was wir bereits wissen, und was wir sehen konnten, eine großartige Geschichte aus der Cyberpunk-Lore. Und hey … Keanu Reeves ist mit von der Partie, was kann da schief gehen?
  • Ein extrem umfangreicher Charakter-Editor bietet eine enorme Vielfalt bei der Charaktererstellung. Wir sehen zwar bereits die Cyber-Geralts oder Punker-Ciris (The Witcher), welche ihr Unwesen in Night City treiben, jedoch auch ganz besondere Eigenkreationen. Wir klickten ein paar mal auf die Zufallserstellung vom Charakter und manchmal kamen dabei äußerst skurrile Zusammenstellungen heraus.
  • Modifizieren und Leveln bis zum umfallen: Eins stellen wir sofort und ohne Umschweife fest: Mit Cyberpunk 2077 erwartet uns keinesfalls ein stupider Shooter, uns steht stattdessen ein waschechtes Rollenspiel bevor. Neben dem eigenen Körper, welcher weiter modifiziert werden kann, können auch die Eigenschaften (Stärke, Coolness, Intelligenz, etc.) geskillt und die Waffen sowie Ausrüstung verbessert werden. Die Perks sind in insgesamt zwölf Perk-Bäume unterteilt und bieten somit eine extreme Vielfalt beim Leveln des eigenen Charakters. Das Spiel bietet keine festen Klassen, stattdessen verfügt es über ein flexibles Klassensystem. Dieses erlaubt es Spielern eine Vielzahl an Fähigkeiten zu kombinieren, an den eigenen Spielstil anzupassen und sogar Hybridklassen zu erschaffen. Wer wollte nicht schon immer mal als hackender Super-Rambo eine Stadt wie Night City unsicher machen? Ob völlig Geräuschlos und ohne Kills, oder sich als rücksichtsloser Killer in den Kampf stürzen … alles ist möglich.
  • Die First-Person-Ansicht und eine äußerst detaillierte Open-World dienen der angestrebten Immersion. Ob das funktioniert? Wir finden ja. Nach kurzer Eingewöhnungsphase konnten wir uns schnell an die Ego-Perspektive gewöhnen. Nach mehrfachem Durchspielen von The Witcher 3: Wild Hunt in der Third-Person-Ansicht, hatten wir anfangs unsere Bedenken diesbezüglich. Nach gut vier Stunden Spielzeit sind wir nun der Meinung, dass die gewählte Perspektive gut und richtig war. Viel Wert wurde auch auf die Lore, sprich die Grundlage zu Cyberpunk 2077 gelegt. Bereits vergangenes Jahr hatten wir im Rahmen der Gamescom die Gelegenheit mit dem Cyberpunk-Erfinder Mike Pondsmith zu sprechen. Er gab dem polnischen Entwickler die Rechte am Spiel aus gutem Grund. Und genau das war auch der Eindruck, welchen wir von der Spielsession gewinnen konnten. Die Spielwelt sowie die Elemente darin wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Spiegelt sich dieser Eindruck auch nach dem Prolog wieder, haben wir wenig zu befürchten.

Übrigens sei erwähnt: Auch in Cyberpunk 2077 beweist Entwickler CD Projekt Red, wie bereits zuvor bei der The Witcher-Reihe, eine gute Prise Humor. Oftmals konnten wir uns das Grinsen nicht verkneifen. Auf Nachfrage wurde uns gesagt, dass dies besonders bei der Gestaltung der Werbeplakate, welche an jeder Ecke der Spielwelt prangern, der Fall sein wird. Wenn beispielsweise aus der Stadt Nilfgaard (The Witcher), einfach mal „Milfguard“ (Reklametafel in Cyberpunk 2077) wird, ist dass durchaus kreativ … *räusper*

Kontra:

Bei einem solch ambitionierten Projekt, wie es sich CD Projekt Red vorgenommen hat, fällt eine Sache besonders stark ins Gewicht: Die Fehler (Bugs) im Spiel. Mit Cyberpunk 2077 erhalten wir ein äußerst umfangreiches Videospiel mit einer großen Menge an Spielinhalten. Durch diese Tatsache fallen jedoch die nervigen Fehlerchen besonders ins Gewicht. Wir sind uns sicher: Die erneute Verschiebung in den November 2020 war eine goldrichtige Entscheidung. Im aktuellen Entwicklungszustand beinhaltet das Spiel noch so einige Bugs, welche teils weniger auffallen, manchmal jedoch auch dem Spielvergnügen schaden könnten.

Manche NPCs sowie Autos glitchen manchmal ineinander und wenn Gangsterboss Dexter DeShawn anstatt seine Zigarre seine Hand raucht, ist das zwar recht unterhaltsam, jedoch sicherlich nicht gewollt. Dies sind jedoch teils eher kleinere und leicht zu behebende Fehler. Nachdem was wir gesehen haben und nach Rücksprache mit einem Entwickler vor Ort, sind wir ziemlich zuversichtlich, dass CD Projekt Red dies bis zum Release in den Griff bekommen wird.

Das Action-Rollenspiel Cyberpunk 2077 erscheint am 19. November 2020 für PC, Xbox One, PlayStation 4 und Geforce Now. Wer sich die Zeit bis zum Release gerne mit Serien oder Filmen vertreiben möchte, sollte sich unsere Übersicht der besten Sci-Fi-Serien 2020 nicht entgehen lassen.

Quelle